Salisbury ist die Hauptstadt der Grafschaft Wiltshire. Sie befindet sich nur etwa 150 Kilometer östlich der britischen Megametropole London und ist daher auch ein beliebtes Tagesausflugsziel für vieler gestresste Großstädtler. In Salisbury leben derzeit etwa 15000 Menschen. Das Bild zeigt die Highstreet der im Mittelalter (1220) am Fluß Avon gegründeten Stadt, in der heute kleine Geschäfte und einige Restaurants zum bummeln und verweilen einladen.
Das Nord Tor (North Gate) am Ende der Highstreet ist einer der Zugänge zur Cathedralen Klause (Cathedral Close), welche man auch als kleine Stadt innerhalb der eigentlichen Stadt auffassen kann. Der Zugang zur Cathedral Close ist nur durch die gewaltigen Tore möglich, die jeden Abend nach alter Tradition verschlossen werden. Dabei wird das Nordtor als letztes um 23 Uhr verschlossen.
Ein Highlight von Salisbury ist die gewaltige mittelalterliche Kathedrale im Zentrum der Kleinstadt. Das Meisterwerk englischer Frühgotik wurde zwischen 1220 und 1258 aus beigem Kalkstein erbaut. Der mächtige Vierungsturm der Kathedrale von Salisbury ist mit 123 Metern der höchste in England. Er wurde erst eine Generation nach dem offiziellen Bauende hinzugefügt. Allerdings ist er genau aus diesem Grund auch heute noch ein Dauerthema für die Statiker, denn er war zu Bauzeiten nie für eine derartige Höhe ausgelegt.
Alljährlich wird die Kathedrale von rund 600000 Touristen besucht. Die Hauptausdehnung im Inneren misst mit 134 Metern immerhin mehr als ein Fußballfeld. In der Kathedrale finden etwa 1900 Menschen einen Sitzplatz. Die Kathedrale von Salisbury ist der Sitz des Bischofs des Bistums Salisbury und Mutterkirche mehrerer Hundert Pfarrer, die in Wiltshire und Dorset ansässig sind. Der Bischofssitz wurde erst mit dem Bau der Kathedrale im Jahre 1220 vom etwa 3 km entfernten Old Sarum nach Salisbury verlegt.
Die sanfte Hügellandschaft von Wiltshire im Herzen Südenglands wird intensiv als Weide- und Ackerland genutzt. Die ursprüngliche noch nicht vom Menschen beeinflusste Vegetation dieser Region bestand vor einigen tausend Jahren aus Kiefernwäldern und Haselnusssträuchern, aber davon ist heute fast nichts mehr zu sehen.
Ende Mai stellt die gelbe Rappsblüte einen starken Farbkontrast zur sonst überwiegend grünen Landschaft. In dieser Landschaft befindet sich auch eines der bekanntesten kulturhistorischen Denkmäler der Welt: Stonehenge. Der in einigen Punkten immer noch rätselhafte sakrale Steinkreis befindet sich nur rund 15 Kilometer nördlich von Salisbury.
Stonehenge gehört seit 1986 zum Weltkulturerbe der UNESCO und befindet sich derzeit unter der Verwaltung der English Heritage. In unmittelbarer Umbebung der Kultstätte befinden sich mehrere Hügelgräber. Obschon Stonehenge einen hohen Bekanntheitsgrad besitzt, ist es nicht der einzige Steinkreis in England. Die zahlreichen Steinkreise in der Region sind charakteristisch für die Megalith Kultur in England. Der älteste Teil des Stonehenge-Steinkreises stammt aus dem Neolithikum, wobei die gesamte Anlage alleridngs in mehreren Etappen erbaut wurde.
Die genaue Bedeutung des teilweise bereits in der Jungsteinzeit (vor über 5000 Jahren) angelegten Steinkreisanlage ist bis heute in Teilen ungeklärt, aber vieles deutet darauf hin, dass sie mit der Sonne (Sonnenanbetung) und dem Wechsel der Jahreszeiten zusammenhängt und dass deren Erbauer über für die damalige Zeit erstaunlich gute astronomische und mathematische Kenntnisse verfügt haben müssen. Bei der gesamten Anlage handelt es sich um vier konzentrische Steinkreise, die von einem äußere Graben- und Erdwall (der sog. Henge) umgeben sind. Dieser Henge hat einen Durchmesser von 114 Metern und es ist der älteste Teil von Stonehenge.
Der äußere Steinkreis hat einen Durchmesser von 30 Metern und bestand vermutlich ursprünglich einmal aus 30 Sarsensteinen, die zu Thriliten aufgebaut waren. Im Inneren dieses umgebenden Steinkreises befinden sich ein weiterer Steinkreis sowie zwei hufeisenförmige Steinanordnungen. Diese Hufeisen sind jeweils nach Nordosten geöffnet. Im Zentrum der Anlage liegt ein etwa 5 Meter langer mächtiger Opferstein. Die Sarsensteine des äußeren Steinkreises und des großen inneren Hufeisens sind bis zu sieben Meter hoch. Der innere Steinkreis besteht aus 60-80 kleinen, aber jeweils immerhin noch bis zu 4 Tonnen schweren Blaussteinen (Dolerit). Das innere Hufeisen besteht aus 19 ebensolchen kleineren Blausteinen.
Leider muss man sagen, dass Stonehenge eine der Sehenswürdigkeiten in England ist, deren Umfeld wahrlich zu wünschen übrig lässt. So sind die mystischen Steinkreise heute von einem sterilen, hohen Drahtzaun umgeben, der eher an eine moderne Justizvollzugsanstalt erinnert. Zudem führt eine stark befahrene Landstraße direkt an dem Steinkreis vorbei, so dass fast ständig ein nervender Lärmpegel zu vermehmen ist. Vom Visitors Center führt zur Krönung ein Betontunnel unter dieser Straße zum Steinkreis, der dann ausschließlich auf einem strikt einzuhaltenden Rundweg für geschlagene 7 eng. Pounds besichtigen darf!