Exmoor ist ähnlich wie Dartmoor ein sehr bekanntes Hochmoor im Südwesten Englands. Auch Exmoor unterliegt als Nationalpark einem
besonderen Naturschutz. So bietet das rund 700 Quadratkilometer große Hochmorr-Areal zahlreichen, darunter teils auch endemischen Pflanzen- und Tierarten
eine Heimat. Beosnders beeindruckend sind auch die bis zu 242 Meter hhen Steilklippen im Norden am Bristol Channel. Neben Exmoor
ist die Schlucht Cheddar Gorge eine interessante Naturattraktion (siehe unten).
Exmoor
Der Nationalpark Exmoor, auch kurz Exmoor genannt, liegt an der Grenze von Devon und Somerset in Südwestengland nur etwa 40 Kilometer nordöstlich des nicht minder bekannten Nationalparks Dartmoor. Im Norden grenzt Exmoor mit extrem hohen Klippen an den Bristol Channel. Der Park umfasst ein Areal von 700 Quadratkilometern. Ein riesiges Naturschutzgebiet, das durch eine Hochmoor- und Heidelandschaft mit reichhaltiger Fauna und Flora geprägt ist.
Die Hochflächen von Exmoor sind nahezu unbesiedelt. Zwar hat die Bevölkerung in den letzten Dekaden leicht zugenommen, aber dennoch leben in ganzen Nationalpark nur rund 10000 Menschen. Die Ursache hierfür liegt unter anderem darin, dass die Küstenabschnitte extrem schwer zugänglich sind. Viele der Bewohner verdienen ihr Geld mit dem Tourismus, indem sie zum Beispiel Bed-and-Breakfast (B&B) Unterkünfte anbieten oder in einem der kleinen Hotels arbeiten, die sich vorzugsweise in Porlock oder Lynton im Norden befinden.
Wie im Dartmoor Nationalpark, so haben auch in Exmoor halbwilde Ponys ihr Zuhause. Neben diesen leben dort auch zahlreiche gehörnte Schafe und Rothirsche. Exmoor bietet sogar einige bekannte und tradionelle Jagdgründe. So ist das kleine Örtchen Exford im Herzen des Nationalparks seit der normannischen Zeit ein beliebter Ausgangspunkt für die Rotwildjagd.
Ein Teil der Flora in Exmoor ist endemisch. Das bedeutet, dass die betreffenden Pflanzenarten nur dort und sonst nirgends auf der Erde vorkommen. Zu diesen Pflanzenarten gehören zum Beipsiel mehrere Unterarten des Whitebeam-Baumes. Auch eine Flechte namens Opegrapha fumosa soll im Exmoor Nationalpark endemisch beheimatet sein.
Die geologischen Ursprünge der Höhenzüge Exmoors liegen rund 350 Millionen Jahre zurück und fanden durch Sedimentationsprozesse auf der Südhabbkugel statt. Erst im Laufe der Jahrmillionen sorgte die Drift der Kontinentalplatten dafür, dass Exmoor heute einige tausend Kilometer weiter nördlich auf der Nordhalbkugel im Herzen Südwestenglands liegt.
Die bis zu 520 hohen, seicht gerundeten Höhenzüge von Exmoor grenzen im Norden auf einer Länge von 55 Kilometern in Form hoch aufragender Klippen an den Bristol Channel und bilden eine ausgesprochen abwechslungreiche Küste mit kleinen Hafendörfern, malerischen Buchten und bewaldeten Flusstälern. Die höchste Steilklippe Exmoors ist bekannt unter Namen Great Hangman. Sie ragt 244 Meter aus dem Meer empor - Weltrekord! Die Bucht von Bristol hat im übrigen die nach der Bay of Fundy in Kanada die höchsten Tiden auszuweisen: während sie durchschnittlich zwischen 8 und 9 Metern betragen, können bei Sturmfluten mehr als 10 Meter auftreten!
Wanderer kommen bei mehr als 1000 Kilometer gut befestigten Wanderwegen voll auf Ihre Kosten. Ein Highlight ist der Somerset-Devon Coast Path, der direkt entlang der Küste verläuft und der bei guter Fernsicht erstklassige Panoramen auf die Bristol Bay bietet. Aber auch der mit knapp 1000 Kilometern längste Wanderweg Englands, der South-West Coast Path, startet an der Küste Exmoors. Man benötigt etwa 40 Tage, um die gesamte Strecke abzuwandern.
Der kleine Ort Porlock im Norden bietet Touristen und Wanderern herrliche Straßenzüge und gemütliche kleine Restaurants. Die Felsen an der Küste bei Porlock dürften etwa 200 Millionen Jahre alt sein. Sie sind damit älter als die meisten anderen Gebirgszüge sonst auf der Erde.
Im Nationalpark Exmoor leben mehr als 250 Vogelarten, darunter auch die vom Aussterben bedrohte Schleiereule und der schillernd bunte Eisvogel. Die Flora wird durch rund 900 verschiedene Pflanzenarten gebildet. Während auf den Hochflächen Gras-, Moos- und Heidekrautflächen dominieren, findet man vor allem in den tief gelegenen Randgebieten sowie in den küstennahen Flusstälern dicht bewaldete Areale. Die Waldgebiete machen etwa 12 Prozent bzw. rund 8400 Hektar der Gesamtfläche aus. Vielfach handelt es sich um urige Eichenwälder.
Cheddar Gorge
Der kleine Ort Cheddar liegt im Nordwesten der Grafschaft Wessex. Die Haupattraktion des stark vom Tourismus geprägten Städtchens ist eine tiefe Schlucht bzw. Klamm, durch die sich die Straße B3135 über drei Kilometer schlängelt. Die Talsohle wird beiderseits durch beeindruckende, bis zu 120 Meter hohe und steil aufragende Kalksteinfelsen eingefasst. In den Kalksteinen haben sich durch forwährende "Auswaschung" im Laufe der Zeit viele Höhlen gebildet. Darunter sind auch einige Tropfsteinhöhlen, die besichtigt werden können (z.B. die Cox-Höhle).
Der Ort Cheddar ist bekannt aufgrund einer geschmacklich sehr kräftigen Käsesorte, dem Cheddar Cheese, der ursprünglich in dieser Gegend hergestellt wurde. Die Höhlen, die sich in den Kalksteinen gebildet haben, boten früher ideale Bedingungen für die Lagerung und den Reifungsprosess des Käses, denn Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind in den Höhlen das ganze Jahr über nahezu konstant.
Die Schlucht wurde während der letzten Eiszeit durch fortwährende Erosionsprozesse in das Mendip-Plateau gegraben. Da der Ort Cheddar sowie die Schlucht ein beliebtes Ausflugsziel sind, wurden in der Vergangenheit zahlreiche Wanderwege angelegt, die den Besuchern Besichtigung ansonsten schwer zugänglicher Bereiche der Schlucht erleichtern sollen.