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Impressionen aus England, Schottland und Wales

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Der bis etwa 600 Meter hoch gelegene und rund 10000 Quadratkilometer große Nationalpark Dartmoor im Süden Devons bietet bei gutem Wetter eine faszinierende, wenn auch karge Hochmoor-Heidelandschaft. Viele Pflanzen und Tiere haben sich endemisch an die widrigen Lebensbedingungen im Moor angepasst. Unter Archäologen ist Dartmoor wegen seiner vielen prähistorischen Relikte aus der Stein- und Bronzezeit bekannt.


Dartmoor Nationalpark

Dartmoor liegt im Süden der Grafschaft Devon, etwa im Städtedreieck Exeter, Okehampton und Plymouth. Zwei Hauptstraßen durchkreuzen den Nationalpark, die B3212 führt von Dunsford nach Yelverston und die B3387/B3357 von Bovey Tracey nach Tavistock. Etwa in der Mitte von Dartmoor, in der Ortschaft "Two Bridges" treffen sich die beiden Straßen. Ein großer Teil des nährstoffarmen Moor-und Heidegebietes wird nur zur extensiven Weidewirtschaft genutzt. Schafe und Ponys, die sich inzwischen als Dartmoor-Ponys einen Namen gamacht haben, grasen hier. Dartmoor - Extensive Weidewirtschaft durch Schafe

Dartmoor - Wildblumen setzen malerische Farbakzente Am östlichen Rand von Dartmoor bei Bovey Tracey herrscht noch eine parkähnliche Landschaft mit ausgedehnten Grasflächen vor, die durch viele mörtellose Mauern und bewaldete Täler untergliedert wird. Im Frühjahr setzten unzählige Wildblumen malerische Farbakzente in die Landschaft. Besonders ins Auge fallen die tiefblauen Sternhyazinthen, die ganze Wiesenabschnitte aus der Ferne einfärben.

Die hügeligen Hochmoor-Kuppen von Dartmoor reichen bis auf etwa 600 Meter Seehöhe hinauf. Als Hochmoor ist übrigens ein Moorgebiet, das über dem Grundwasserspiegel liegt, also ausschließlich von Regenwasser genährt wird. Solche Hochmoore können sich natürlich nur in niederschlagsreichen, humiden Regionen bilden. Die Wasserzufuhr muss hier durchschnittlich höher sein als der Wasserverlust durch oberflächigen Abfluß, Versickerung und Verdunstung. Dartmoor - Typische Ansicht der Hochflächen des Moores

Dartmoor - Landschaftsbild in den Randberiechen des Nationalparks Seit 1951 gibt es den Dartmoor Nationalpark, der eine Fläche von nahezu 1000 Quadratkilometern umfasst. Im Moorgebiet kommen viele seltene Pflanzen und Tiere vor, die sich zum Teil endemisch an die extremen Lebensbedingungen angepasst haben. Um diesen einzigartigen Lebensraum zu erhalten, werden im Nationalparkgebiet umfangreiche Schutzmaßnahmen ergriffen. Das Informations-Center in Princetown klärt den Besucher umfassend über die Natur und die Arbeit im Nationalpark auf.

Da das Hochmoor keine Grundwasseranbindung hat, ist der Boden extrem nährstoff- und kalkarm. Die vorherrschende Vegetation besteht aus Torfmoosen, Wollgräsern und Zwergsträuchern, unter denen vor allem Heidekrautgewächse (Eriken) vorherrschen. Die Torfmoose (Sphagnum-Arten) wachsen an der Oberfläche weiter, während die tieferen Schichten absterben und unter Sauerstoffabschluss allmählich zu Torf werden. Die Mooroberfläche hebt sich auf diese Weise stetig an. Dartmoor - Heidekrautgewächse und Torfmoose bilden die vorherrschende Vegetation

Dartmoor - Straßenführung duch den Nationalpark Dartmoor ist auch ein Eldorado für Archäologen, da hier viele prähistorischen Relikte aus der Steinzeit und besonders aus der Bronzezeit zu finden sind. Über 2000 Bauten, darunter Steinringe und -reihen, Dolmen, Hügelgräber und Druidensteine sind bisher entdeckt worden. Ein Grund dafür, daß hier so viele Artefakte erhaltenen geblieben sind ist, daß als Baumaterial meist der hier anstehende, sehr widerstandsfähige Granit verwendet wurde. Aufgrund des sauren Moorbodens sind allerdings keine Relikte aus Knochen, Ton oder Metall erhalten geblieben.

Die halb wilden Dartmoor-Ponys haben zwar einen Besitzer, laufen aber fast das ganze Jahr frei auf den Moorflächen umher. Sie sind ein charakteristischer Bestandteil der Gegend geworden und fanden daher auch im Logo des Nationalparks ihren Platz. Über Jahrhunderte wurden die Pferde als Arbeitstiere gehalten und vor allem zum Lastentransport genutzt. Dartmoor - Wilde Dartmoor-Ponysn

Dartmoor - Prähistorische Relikte aus der Stein- und Bronzezeit In dem feuchten, nebelreichen Moorgebiet entspringen viele kleinere Flüsse. Der East Dart und der West Dart verhalfen dabei dem Moor zu seinen Namen. Die meisten dieser Bäche und Flüsschen münden in den Ärmelkanal und sind dort Namensgeber einiger bekannter Kanalstädte wie Plymouth, Dartmouth und Teighnmouth.

Der Gesteinsuntergrund des Hochmoors wird zu etwa 65 Prozent aus hartem Granit gebildet. Dieser Granit entstand, als vor rund 280 Millionen Jahren silikatreiches Magma bis in die obere Erdkruste vordrang und sich dort langsam abkühlte. Im Laufe von vielen Millionen Jahren wurden die über dem Granit liegenden Gesteine durch Erosion abgetragen. Da der Granit im Vergleich zu den anderen Gesteinen der Umgebung verwitterungsresistenter ist, bildet er heute eine Hochfläche. Dartmoor - Durch Erosion freigelegter Granitblock

Dartmoor - Gute Fernsicht ist selten Strahlend blauer Himmel und gute Fernsicht sind selten im Dartmoor. Mit über 2100 Liter pro Quadratmeter Jahresniederschlag gehört die Region zu den Niederschlagreichsten Südenglands. An vielen Tagen im Jahr bilden sich über den Moorflächen dichte, ausgedehnte Nebelfelder. Wanderer müssen stets auf plötzliche Wetterumschwünge gefasst sein.

Kleine Steinauftürmungen aus Granit, sogenannte "tors", sind ein charakteristisches Landschaftsmerkmal im Dartmoor. Die übereinander liegenden, quaderförmigen Granitblöcke bilden sich durch fortschreitende Verwitterung entlang von senkrecht und waagerecht verlaufenden Kluftsystemen im Granit. Über 160 "tors" gibt es im Nationalpark. Der High Willhays mit 621 Metern und der Yes Tor mit 619 Metern Höhe bilden die höchsten Erhebungen in der Hochmoorebene. Dem Wanderer dienen diese markanten Landschaftsmarken bei guter Sicht als Orientierungshilfe. Dartmoor - Eine sogenannter tor (Steinauftürmung) im Hintergrund


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